Bahnhofausbau
Heute steigen im Bahnhof Winterthur täglich rund 120 000 Reisende ein und aus. In den nächsten dreissig Jahren wird sich diese Zahl auf gegen 180 000 Reisende pro Tag erhöhen, wie die Verkehrsprognosen der SBB zeigen. Deshalb muss der Hauptbahnhof mittel- bis langfristig weiter ausgebaut werden. Die Stadt Winterthur hat deshalb gemeinsam mit den SBB verschiedene Varianten für den Bahnhofausbau geprüft. Die beiden Bestvarianten - Perronverbreiterungen und ein neuer Wendebahnhof - sind eine zentrale Rahmenbedingung für die Testplanung Stadtraum HB 2045+. Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen zum geplanten Bahnhofausbau.
Bereits geplant ist der Ausbau des Bahnverkehrs zwischen Winterhur und Zürich. Mit dem Projekt "Mehrspur Zürich-Winterthur" wird ein deutlicher Ausbau des Angebots möglich: Ab etwa 2035 fahren deutlich mehr Züge und die Reisezeit zwischen Zürich und Winterthur wird reduziert. Mit dem Projekt MehrSpur Zürich-Winterthur planen der Bund und die SBB eine neue Doppelspurlinie durch den Brüttenertunnel und den Ausbau der Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf, Wallisellen und Winterthur Töss. Damit kann der heutige Engpass im Bahnnetz zwischen Zürich und Winterthur behoben und der notwendige Angebotsausbau realisiert werden. Mit dem Projekt wird die Bahnkapazität zwischen Zürich und Winterthur um 30 Prozent auf rund 900 Züge und 156 000 Reisende pro Tag ausgebaut. Damit wird Reisen schneller, einfacher und komfortabler. Dieser Ausbau ist bereits beschlossen und das Projekt befindet sich bereits in der Genehmigung.
Die zusätzlichen Zugverbindungen werden die bereit heute engen Perrons etwas entlasten: Weil sich mehr Reisende auf mehr Züge verteilen können, entschärft sich die Situation auf den Perrons etwas. Ab etwa 2045 reichen die heutigen Perrons aber nicht mehr aus: Ab dann müssen die Publikumsanlagen ausgebaut werden. Die Perrons werden zu schmal sein und auch die Personenunterführung (PU) Süd ist dann nicht mehr genügend breit, um die vielen Leute aufnehmen zu können. Bereits kurze Zeit später, ab etwa 2050, reichen dann auch die Kapazitäten auf den bestehenden Gleisen nicht mehr: Weil noch mehr Züge fahren werden, braucht es einen Ausbau der Anzahl Gleise.
Wie der Bahnhof genau ausgebaut werden soll, wurde von Fachleuten vertieft geprüft. Die Ergebnisse finden Sie im nachfolgenden Abschnitt. Parallel zum Ausbau des Bahnhofs muss auch der Stadtraum HB ausgebaut und erneuert werden. Deshalb ist ein neuer Masterplan Stadtraum HB 2045+ geplant, mit welchem dieser Ausbau langfristig geplant werden soll. Die Grundlage dafür ist die Testplanung, welche 2026 startet.
Ausbaukonzept "Bahnhof Winterthur 2045+"
Von 2019 bis 2021 haben die Stadt Winterthur und die SBB gemeinsam das Ausbaukonzept «Bahnhof Winterthur 2045+» erarbeitet. Es wurde ein Variantenstudium durchgeführt, um verschiedene Optionen für den Bahnhofsausbau zu prüfen. Der Variantenfächer umfasste 33 Varianten, welche sich in drei Hauptgruppen mit sechs, sieben oder acht durchgehenden ebenerdigen Gleisen gruppieren lassen:
Die sechsgleisigen Varianten haben den schmalsten Bahnhofquerschnitt, bedingen aber einen ergänzenden Hoch- oder Tiefbahnhof mit vier Gleisen.
Die siebengleisigen Varianten weisen bedingt durch die notwendigen Perronverbreiterungen der Gleise 6/7 und 8/9 einen grösseren Querschnitt aus als heute. Sie sind nur in Kombination mit einem langfristigen Wendebahnhof (beim Güterschuppen Vogelsang oder in Hoch- oder Tieflage beim bestehenden Bahnhof) oder mit einem zweigleisigen Durchgangsbahnhof in Hoch- oder Tieflage für die Schaffhauserlinie möglich.
Die achtgleisigen Varianten haben den breitesten Querschnitt und sind nur mit starken städtebaulichen Eingriffen möglich, entweder auf Seite Rudolfstrasse oder auf Seite Bahnhofplatz
Als beste der geprüften Lösungen, um das gesteigerte Passagieraufkommen und mehr Züge zu bewältigen, wurden zwei siebengleisige Varianten mit Wendebahnhof im Bereich der heutigen Güterschuppen beim Salzhausplatz ermittelt. Ein zusätzlicher, späterer Tiefbahnhof bleibt für den Fall einer weiteren Zunahme der Verkehrsmengen als Langfristoption möglich. Dabei gibt es zwei Bestvarianten:
Die Variante 211 sieht eine Verbreiterung der Perrons in Richtung Rudolfstrasse vor. Die Rudolfstrasse würde zwischen 4 und 6.5 Meter verschmälert.
Die Variante 451 sieht eine Verbreiterung der Perrons primär in Richtung Bahnhofsgebäude vor. Ein Teil des Perrons würde neu im Bahnhofsgebäude zu liegen kommen. Die Rudolfstrasse würde maximal 3 Meter verschmälert, die Variante wäre aber rund doppelt so teuer wie die Variante 211.

Beide Varianten fliessen als Rahmenbedingung in die Testplanung Stadtraum HB 2045+ ein. In der Testplanung soll geprüft werden, welche Auswirkungen die beiden Varianten auf den Stadtraum haben und welche Vor- und Nachteile sich ergeben. Darauf basierend soll ein Entscheid für eine der beiden Varianten getroffen werden. Die Beurteilung der Varianten wurde 2025 nochmals vertieft geprüft. Die detaillierten Erläuterungen zum Bahnhofausbau und die Ergebnisse aller Untersuchungen zum Bahnhofausbau finden Sie auf der Seite Ausbaukonzept Bahnhof 2045+.
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