Fragen & Antworten
Was ist eine Testplanung?
Eine Testplanung ist ein dialogorientiertes Planungsverfahren, welches im Austausch mit allen Projektbeteiligten Lösungsansätze hervorbringt. Eine gemeinsame Aufgabenstellung bildet die Basis. Diese Aufgabe wird dann von einem oder mehreren Bearbeitungsteams parallel und im gegenseitigen Austausch bearbeitet. Üblicherweise werden mehrere Ideen oder Lösungsansätze entwickelt, verglichen und diskutiert. Das Ergebnis der Testplanung sind Ideen, Strategien und Empfehlungen (Synthese) zum weiteren Vorgehen. Diese können eine oder mehrere der gemeinsam entwickelten Ideen aufnehmen. Die Testplanungsergebnisse bilden oftmals die Grundlage für nachfolgende Planungsschritte und -instrumente (z.B. Masterplan, Vertrag, Wettbewerb).
Warum wird eine Testplanung durchgeführt? Gibt es nicht bereits genügend Studien?
Die SBB baut die Bahnangebote in den kommenden Jahrzehnten weiter aus. Das städtische Busnetz, der Velo- und der Fussverkehr benötigen zusätzliche Kapazitäten. In Bahnhofsnähe gibt es zahlreiche Bauvorhaben, welche die Pendlerströme verstärken werden. Und nicht zuletzt möchte die Stadt die Aufenthalts- und Erholungsqualität im öffentlichen Raum verbessern. Für all dies braucht es eine weitsichtige und gesamtheitliche Strategie. Die Stadt möchte deshalb mittels Testplanung einen neuen Masterplan für den Stadtraum Bahnhof entwickeln. Dieser soll Vorgaben für die langfristige Weiterentwicklung der stadträumlichen und verkehrlichen Themen am Bahnhof definieren. Die Arbeiten bauen selbstverständlich auf den bisherigen Studien auf.
Warum hat die Stadt dieses Verfahren gewählt?
Testplanungen eignen sich insbesondere bei komplexen Aufgabenstellungen und wenn eine gemeinsame Strategie im Dialog entwickelt werden soll. Beides trifft für den Stadtraum rund um den Bahnhof zu. In diesem zentralen Raum treffen sehr viele Ansprüche, Interessen, Funktionen und Themen aufeinander. Der Dialog mit den unterschiedlichen Akteuren ist der Stadt deshalb ein grosses Anliegen und kann mittels Testplanung erreicht werden. Die gleichzeitige Entwicklung unterschiedlicher Ideen bildet nicht nur eine gute Diskussionsgrundlage, sondern trägt auch zu einem belastbaren Ergebnis bei.
Was genau wird mit der Testplanung untersucht?
Die Testplanung hat zum Ziel, eine Gesamtstrategie für den Stadtraum rund um den Bahnhof zu entwickeln. Gleichzeitig sollen Entwicklungskonzepte für die drei Vertiefungsräume Bahnhof- bis St. Georgenplatz, Rudolfstrasse und Personenunterführung (PU) Nord erarbeitet werden. Zentrale Themen sind dabei die Nutzung und Gestaltung der öffentlichen Räume, die Neuorganisation der Bushaltestellen, das Zusammenspiel der Mobilitätsformen (wie Velo und Bus) und die Veloparkierung. Die genaue Aufgabenstellung mitsamt Leitfragen ist im Programm abgebildet.
In welchem Zeithorizont wird geplant und gebaut am Bahnhof Winterthur?
Bis ca. 2035 wird MehrSpur Zürich-Winterthur (MSZW) gebaut. Im gleichen Zeithorizont können keine weiteren Ausbauprojekte für den Bahnhof umgesetzt werden. Der Stadtrat setzt sich jedoch für einen möglichst zeitnahen Ausbau des Bahnhofs Winterthur ein, der auf die steigende Nachfrage nach Verkehrsangeboten in Stadt und Region abgestimmt ist. Dementsprechend muss die Projektierung für den Wendebahnhof Vogelsang Nord aus Sicht der Stadt spätestens 2035, nach der Eröffnung von MSZW, beginnen. Der Bau könnte so bis Anfang 2040er Jahre und damit rechtzeitig für den Ausbau der Perrons und der Personenunterführung Süd abgeschlossen werden. Für den Ausbau der Personenunterführung Süd und der Publikumsanlagen sieht die Stadt aufgrund des bestehenden Entwicklungsdrucks eine hohe zeitliche Dringlichkeit. Mit der Testplanung und dem neuen Masterplan sollen daher die zeitlichen und baulichen Abhängigkeiten und die Möglichkeiten für frühere Umsetzungsschritte ausgelotet werden.
Wie wird die Bevölkerung in die Testplanung einbezogen?
Zu Beginn der Testplanung werden die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung und Bahnhofsnutzenden mittels einer Online-Umfrage abgeholt. Während der Testplanung wird transparent über die Zwischenresultate informiert. Am Ende der Testplanung kann die Bevölkerung Ihre Meinung und Kommentare zu den Schlussresultaten an einer öffentlichen Veranstaltung einbringen. Zudem wird es zum Abschluss eine öffentliche Ausstellung geben.
Wird der partizipative Prozess seitens Stadt und SBB ernst genommen? Entscheidet am Ende nicht die SBB alleine?
Der öffentliche Raum rund um den Bahnhof gehört der Stadt. Sie hat hier das Sagen und nicht die SBB. Deshalb ist auch die Stadt federführend bei der Testplanung zum Stadtraum Hauptbahnhof. Die Stadt Winterthur und die SBB haben sich aber in einer gemeinsamen Entwicklungsvereinbarung dazu verpflichtet, die bewährte kooperative Planung im engen Austausch fortzuführen und die Bevölkerung bei den öffentlichen Themen in geeigneter Weise mit einzubeziehen. Gute Lösungen für die Weiterentwicklung des Hauptbahnhofs und des umliegenden Stadtraums sind ein gemeinsames Ziel. Die Stadt entwickelt proaktiv Lösungen, um die offenen Fragen zu beantworten.
Was passiert mit den Ergebnissen der Testplanung?
Die Ergebnisse der Testplanung werden in einer Synthese zusammengefasst und veröffentlicht. Sie bilden die Grundlage für den Variantenentscheid zum Bahnhofsausbau und die Erarbeitung eines Masterplans.
Ich habe mehr Fragen zum Bahnhofausbau. Wo finde ich Antworten?
Weitere Fragen und Antworten spezifisch zum Thema Bahnhofausbau finden Sie auf unserer Seite zum Schwerpunkraum.
Ich habe Fragen zum Projekt. An wen kann ich mich wenden?
Fragen zum Projekt können Sie jederzeit per Mail an stadtraumhb@win.ch richten.
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