Reparaturförderung in Winterthur für eine starke lokale Kreislaufwirtschaft
- Problembeschreibung
- Wär doch cool, wenn der kaputte Reissverschluss der Lieblingsjacke oder der abgefallene Pfannenstiel repariert werden würde, oder? Früher hätte man das noch repariert...Die Public Eye Regionalgruppe Winterthur setzt sich für fairen und nachhaltigen Konsum ein und möchte Konsument*innen für Reparaturen sensibilisieren, die Reparaturangebote ausweiten und eine fördernde Infrastruktur schaffen, beispielsweise durch einen finanziellen Bonus. Gemeinsam in Richtung Kreislaufwirtschaft! Reparaturen sollen erschwinglicher und zugänglicher sein, damit vermehrt repariert und getauscht statt weggeworfen und neu gekauft wird!
- Ansatz zur Problemlösung
- Was wir planen: Wir entwickeln und pilotieren ein Reparaturförderprogramm für die Stadt Winterthur mit dem Ziel, Reparaturen für die Bevölkerung finanziell attraktiver zu machen und dadurch Ressourcenverbrauch und Abfall und damit CO2-Emissionen zu reduzieren, lokale Kleinreparaturbetriebe zu stärken und Bewusstseinsbildung der Bevölkerung in Richtung Kreislaufwirtschaft. Das zentrale Förderinstrument ist ein Reparaturbon (z.B. in Zusammenarbeit mit der Jungen Altstadt), der bei den teilnehmenden Reparaturbetrieben eingelöst werden kann. Er soll einfach verständlich sein, und eine echte Entscheidungshilfe zwischen Reparatur und Neukauf darstellen. Ausserdem soll er sowohl für Kund*innen als auch für Betriebe attraktiv und unbürokratisch sein, wodurch Reparaturen niederschwellig umsetzbar werden. Unser Vorgehen: Im Rahmen der Konzeptentwicklung analysieren wir bestehende Reparaturförderprogramme in der Schweiz und in der EU. Wir sind mit verschiedenen Stakeholdern in Kontakt und erarbeiten einen konkreten Reparatur-Mechanismus. Dabei erörtern wir die in Frage kommenden Güter für ein Pilotprojekt, die notwendige Höhe der Förderung, den Einlöseprozess des Reparaturbons, die Teilnahmebedingungen für die Kundschaft und Betriebe, die Abwicklung sowie Kontrolle und Monitoring. Gleichzeitig wird Vermittlungsarbeit bei der Bevölkerung initiiert z.B. durch ein Online-Verzeichnis von Reparaturbetrieben, Tauschecken oder Werbung. In einem Pilotversuch mit ausgewählten Betrieben wird die Umsetzung einer Reparaturförderung getestet, um Schwachstellen zu identifizieren und den Prozess zu optimieren. Ausserdem sollen fehlende Reparaturangebote identifiziert werden, welche einem Bedürfnis der Konsument*innen entsprechen und durch lokale Winterthurer Betriebe bedient werden könnten. Die Vorbereitungsarbeiten (Vernetzung und Stakeholderarbeit) sowie das Online-Verzeichnis haben bereits begonnen und werden im 2026 vorangetrieben. Ziel wäre, dass der Pilotversuch im Frühjahr 2027 starten kann. Eine Auswertung erfolgt laufend, konkrete Ergebnisse und Projektabschluss sind Ende 2027 geplant. Im Rahmen des Pilotprojekts werden die Ergebnisse kritisch analysiert und die Auswirkungen (ökologisch, sozial und wirtschaftlich) gemessen und abgeschätzt. Daraus resultiert eine weitere Optimierung des Prozesses zur Reparaturförderung. Es wird ebenfalls betrachtet, wie das Konzept sinnvoll skaliert werden könnte. Insbesondere sollen die Fragen beantwortet werden, welche weiteren Konsumgüter, an welchen Orten und unter welchen Rahmenbedingungen repariert werden könnten. Ausserdem soll konkret identifiziert werden, welche zusätzlichen Massnahmen notwendig sind, um die Attraktivität einer Reparatur und Wiederverwertung von Gütern gegenüber dem Neukauf gleichzustellen oder sogar zu erhöhen. Dies beinhaltet die Vorbereitung für politische Entscheidungen (Budget) und eine langfristige Verankerung in der Gesellschaft um nachhaltig CO2 zu reduzieren.
- Geplanter Start
- 1.3.2026
- Geplantes Ende
- 31.12.2027
- Nähere Beschreibung
- Die Initiant*innen: Die Public Eye Regionalgruppe Winterthur verfügt als Herausgeberin des Einkaufsgsguides "Gschiider Iichaufe" (gschiider-iichaufe.ch) über ein breit abgestütztes Netzwerk an der Schnittstelle zwischen Betrieben und Konsument*innen. Sie bietet sich deshalb an, der Stadt Winterthur ein Handlungsfeld zur Reduktion des konsumbedingten CO2-Ausstosses zu eröffnen. Dieser muss gemäss Klimaplan der Stadt Winterthur bereits jetzt, aber ab 2030 gegenüber den Vorjahren drastisch gesenkt werden. Diese Ziele sind nur dann erreichbar, wenn eine gut funktionierende, lokal verankerte Kreislaufwirtschaft in Gang gesetzt wird. Die Mitglieder der Regionalgruppe haben diverse berufliche Hintergründe und arbeiten vollumfänglich ehrenamtlich. Benötigtes Budget: Für die Reparaturförderung mittels Reparaturprämie im Pilotversuch werden 35'000 CHF benötigt. Weitere Kosten: Website/Webentwicklung mit Onlineverzeichnis inkl. Datenbank: 12'000 CHF, Kommunikationsmittel zur Sensibilisierungsarbeit: 7'000 CHF, Reserve für Unvorhergesehenes: 5'000 CHF, Insgesamt werden also Total 59'000 CHF benötigt.
-
Steinberggasse 18, 8403 Winterthur
Teilen