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Winterthurer Altstadt gemeinsam weiterdenken: Ko-kreative Raumgestaltung für Arbeit und Begegnung

Avatar: Luca Ljaskowsky Luca Ljaskowsky

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Problembeschreibung
Zentrale Räume in Städten stehen zunehmend unter kommerziellem Druck. Damit gehen Orte verloren, an denen unterschiedliche Menschen, kleinere Unternehmen und soziale Akteur*innen selbstverständlich nebeneinander und miteinander Platz haben. Gerade in einer attraktiven Altstadt stellt sich deshalb die Frage, wie soziale Vielfalt, lokale Wertschöpfung und gemeinwohlorientierte Nutzungen langfristig erhalten werden können. Gleichzeitig findet die Unterstützung junger Menschen beim Übergang in Ausbildung und Arbeit häufig in spezialisierten Angeboten statt, während Kontakte zur realen Arbeitswelt und Möglichkeiten zur Mitgestaltung im Alltag begrenzt bleiben. Unternehmen und Sozialbereich arbeiten dabei oft in getrennten Strukturen, obwohl auf beiden Seiten Interesse an neuen Formen der Zusammenarbeit besteht. Es fehlen zentrale, gemeinwohlorientierte Räume, in denen soziale Vielfalt, wirtschaftliche Tätigkeit und gesellschaftliche Teilhabe selbstverständlich nebeneinander stattfinden können.
Ansatz zur Problemlösung
Ein gemeinnütziger und steuerbefreiter Verein entwickelt in einem für 2027 gesicherten Ladenlokal in der Winterthurer Altstadt einen Arbeits- und Begegnungsort. Lokale kleinere Unternehmen sollen dort tätig sein und gleichzeitig dazu beitragen, dass junge Menschen in einem realen Arbeitsumfeld Einblicke, Erfahrungen und mögliche berufliche Perspektiven erhalten. Eine Fachperson Soziale Arbeit begleitet diese Schnittstelle. So werden wirtschaftliche Nutzung, soziale Teilhabe und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung an einem Ort miteinander verbunden. Junge Menschen werden nicht in ein separates Programm integriert, sondern begegnen Unternehmen und Arbeitswelt im Alltag eines gemeinsam genutzten Raums. Das Projekt ist bereits weit über die Ideenphase hinaus: Der Verein ist gegründet, die Nutzung der Räumlichkeiten ab 2027 ist vertraglich gesichert und eine Anschubfinanzierung durch das ZHAW Social Entrepreneurship Lab ist zugesichert. Erste Unternehmen haben Interesse signalisiert und mit den Sozialdiensten der Stadt Winterthur fanden bereits Gespräche statt, unter anderem mit der Fachstelle für junge Erwachsene, der Sozialen Dienste. Der Bedarf wurde zudem im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit untersucht; dafür wurden Interviews mit jungen Menschen, Fachpersonen und Unternehmen geführt. Die Vereinsmitglieder sind in Winterthur gut vernetzt. Der nächste Schritt besteht darin, diese Grundlagen gemeinsam mit den zukünftigen Beteiligten in eine konkrete und umsetzbare räumliche Lösung zu übersetzen
Co-Kreation
Der zukünftige Ort soll nicht fertig geplant und anschliessend mit Nutzer*innen gefüllt werden. Die räumliche Lösung wird gemeinsam mit den Menschen und Organisationen entwickelt, die den Ort später prägen sollen. Künftige Unternehmen, junge Menschen sowie Fachpersonen aus Wirtschaft, Stadt und Sozialbereich bringen ihre unterschiedlichen Perspektiven ein. In zwei bis drei moderierten Workshops wird anhand von Grundrissen und konkreten Nutzungsszenarien erarbeitet, welche Anforderungen der gemeinsame Ort erfüllen muss. Dabei geht es unter anderem um Arbeitsabläufe, unterschiedliche Nutzungsformen, Begegnung, Orientierung, Zugänglichkeit und Rückzugsmöglichkeiten. Die Ergebnisse werden anschliessend durch eine Fachperson aus Architektur oder Raumplanung auf Machbarkeit, Technik, Sicherheit, Bewilligungen und Kosten geprüft. Daraus entsteht ein gemeinsames Zonen- und Nutzungskonzept sowie eine konkrete Grundlage für die spätere Umsetzung. Co-Kreation ist damit nicht nur eine Methode zur Raumplanung, sondern Teil des Grundgedankens: Der Ort soll von Beginn an gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur*innen entwickelt werden.
Aktueller Projektstand
Umsetzungs- / Skalierungsphase
Nächste/r Schritt/e, für die eine WinLab-Förderung benötigt wird
Mit der WinLab-Förderung sollen zwei bis drei moderierte Ko-Kreations-Workshops mit künftigen Nutzer*innen durchgeführt werden. Daraus wird gemeinsam ein Raum- und Nutzungskonzept entwickelt, fachlich geprüft und in einen konkreten Massnahmenplan übersetzt. Anschliessend sollen erste leichte und reversible Anpassungen im Raum umgesetzt werden.
Geplanter Start
1.11.2026
Geplantes Ende
31.12.2027
Budget, das für den/die nächsten Schritte benötigt wird (in CHF)
30000
Welcher Smart City-Fokusbereich wird angesprochen?
Kollaborative Ökosysteme
Begründung zum Fokusbereich
Das Projekt verbindet soziale Innovation mit kooperativer und ressourcenschonender Stadtentwicklung. Eine bestehende Gewerbefläche in zentraler Lage wird nicht rein kommerziell genutzt, sondern so weiterentwickelt, dass kleinere Unternehmen, junge Menschen und Akteur*innen aus dem Sozialbereich an einem gemeinsamen Ort zusammenkommen können. Der Fokus zeigt sich insbesondere in drei Bereichen: Co-Kreation: Die räumliche Lösung wird gemeinsam mit zukünftigen Unternehmen, jungen Menschen und Fachpersonen entwickelt und nicht für sie vorgegeben. Ressourcennutzung: Ein bestehendes Ladenlokal wird weitergenutzt und flexibel, robust und möglichst reversibel an unterschiedliche Nutzungsbedürfnisse angepasst. Damit wird bestehender Raum in der Altstadt für eine langfristige gemeinwohlorientierte Nutzung aktiviert. Lokales Innovationsökosystem: Akteur*innen aus Wirtschaft, Sozialbereich und Stadtgesellschaft, die normalerweise in getrennten Strukturen arbeiten, werden an einem gemeinsamen Ort miteinander verbunden. Dadurch können neue Formen von Zusammenarbeit und sozialer Verantwortung im Alltag entstehen. Der Entwicklungsprozess und die zentralen Erkenntnisse werden dokumentiert, sodass Erfahrungen auch für andere kooperative und gemeinwohlorientierte Orte nutzbar gemacht werden können.
Was wird sonst noch gewünscht/benötigt?
Hilfreich wäre ein punktueller Austausch mit WinLab zur Gestaltung des Ko-Kreationsprozesses. Zudem sollte der Zeitplan gemeinsam abgestimmt werden, damit Fachplanung und erste Anpassungen gut auf die Raumübergabe abgestimmt sind. Der genaue Standort kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich kommuniziert werden. Deshalb verzichten wir in der öffentlichen Eingabe bewusst auf weitere Standortdetails, Pläne und Bildmaterial.
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